
Auch eine Website verbraucht Energie: Sie liegt auf einem Server, wird rund um die Uhr bereitgestellt und bei jedem Aufruf werden Daten übertragen. Die gute Nachricht: Vieles lässt sich mit wenig Aufwand verbessern. Ein guter erster Schritt ist, beim eigenen Hosting-Anbieter nachzufragen, wie die Server mit Energie versorgt werden. Auch eine technisch schlanke Website und der Schutz vor unnötigen automatisierten Zugriffen können den Energiebedarf reduzieren.
Beim Hosting anfangen
Jede Website liegt auf einem sogenannten Server – vereinfacht gesagt einem Computer, der dafür sorgt, dass die Website jederzeit im Internet erreichbar ist. Das Unternehmen, das diesen Server bereitstellt, nennt man Hoster oder Hosting-Anbieter.
Viele Anbieter betreiben ihre Rechenzentren inzwischen mit Strom aus erneuerbaren Energien oder gleichen die entstehenden Emissionen aus. Einige gehen noch weiter: Sie erzeugen beispielsweise selbst erneuerbare Energie, unterstützen den Ausbau entsprechender Anlagen, engagieren sich für Aufforstung und andere Klimaschutzprojekte oder achten besonders auf energieeffiziente Rechenzentren.
Es lohnt sich deshalb, beim eigenen Anbieter nachzusehen oder einfach nachzufragen: Wie wird meine Website eigentlich betrieben? Werden erneuerbare Energien genutzt? Gibt es nachvollziehbare Informationen dazu, woher der Strom stammt und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden?
Fällt die Antwort wenig überzeugend aus, kann ein Wechsel zu einem nachhaltigeren Hosting-Anbieter sinnvoll sein. Ist ein Wechsel nicht möglich, können die verursachten Emissionen als zusätzliche Maßnahme über seriöse Klimaschutzprojekte kompensiert werden.
Für ein Logo oder Zertifikat mit Aussagen wie „CO₂-neutrale Website“ extra zu bezahlen, ist dagegen nicht notwendig. Entscheidend ist nicht das Label auf der Website, sondern was technisch und beim Hosting tatsächlich passiert.
Prüfen, ob die Website CO₂-neutral gehostet wird
Ob die eigene Website bereits mit erneuerbarer Energie betrieben wird, lässt sich auch ganz einfach überprüfen. Die unabhängige Green Web Foundation bietet dafür einen kostenlosen Online-Check an. Wird der Hosting-Anbieter dort als „grün“ geführt, kann außerdem ein kostenloses „Hosted Green“-Siegel auf der eigenen Website eingebunden werden. So lässt sich nachhaltiges Hosting sichtbar machen, ohne dafür ein kostenpflichtiges Label kaufen zu müssen.
Weniger Daten, weniger Energie
Unabhängig vom Hosting gilt: Energie, die gar nicht erst benötigt wird, ist immer noch die beste Lösung. Auch die Website selbst kann dazu beitragen.
Dafür muss man kein Technikprofi sein. Schon eine gut programmierte Website, kurze Ladezeiten und sinnvoll verkleinerte Bilder sorgen dafür, dass weniger Daten übertragen werden müssen. Technische Zwischenspeicher – sogenannte Caches – verhindern zudem, dass häufig benötigte Inhalte bei jedem Aufruf komplett neu erzeugt und übertragen werden müssen. Wer eine Website betreuen lässt, kann diese Punkte einfach bei der eigenen Webagentur oder dem zuständigen Dienstleister ansprechen.
Ein weiterer, oft übersehener Punkt sind automatisierte Zugriffe. Ein Teil des Datenverkehrs im Internet stammt nicht von Menschen, sondern von sogenannten Bots – Computerprogrammen, die Websites automatisch aufrufen. Darunter befinden sich sinnvolle Dienste wie Suchmaschinen, aber auch unerwünschte Programme, die beispielsweise massenhaft Anmeldeversuche starten oder Websites nach Sicherheitslücken durchsuchen.
Eine gut eingerichtete Firewall kann viele dieser unerwünschten Zugriffe frühzeitig blockieren. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern verhindert auch unnötigen Datenverkehr und damit unnötigen Energieverbrauch.
Los geht’s: Erst beim Hosting nachfragen, dann unnötigen Energieverbrauch reduzieren. Schon mit wenigen technischen Maßnahmen lässt sich die eigene Website nachhaltiger betreiben – ganz ohne teures „grünes“ Label.